Uneinsichtige machen das Kleingartenwesen kaputt

Kleingärten und Lauben werden schöner und besser und leider dadurch auch teurer. Die Mitgliederstruktur ändert sich. Von einigen Kleingartenvereinen hört man bereits, dass Gärten wegen einer zu hohen Ablösesumme nicht mehr verpachtet werden können. Es stellt sich die Frage, warum diese Entwicklung so ist. Wegen des Pachtpreises und des Mitgliedsbeitrages wird die Vergabe von Gärten bestimmt nicht scheitern. Stromerzeugung durch Solaranlagen ermöglicht den Einsatz vieler mehr oder weniger nützlicher Geräte, unter anderem auch des Fernsehers, die dazu beitragen, den Garten als Zweit – Wohnsitz zu nutzen.

Der Wasseranschluss im Garten ist für einige Kleingärtner nicht mehr zeitgemäß; dieser wird, ohne dass der Vorstand darüber etwas weiß, in die Laube verlegt. Ist ein solcher Anschluss in der Laube erst einmal vorhanden, kommt das Spülbecken und die Miniküche dazu und auch ein weiterer Schritt bis zur Toilette mit Wasserspülung ist dann nicht mehr weit.

Die Laube wird zweckentfremdet und Zug um Zug zum Wochenendhaus ausgebaut nach dem Slogan: Wir sind ja wer!

Es wird Geschirr gewaschen und selbstverständlich auch die Spültoilette benutzt. Wohin fließen Abwasser und Fäkalien? Dies sind Probleme, die der Uneinsichtige nicht sehen und wahrhaben will.

Im Pachtvertrag und der Gartenordnung ist festgelegt, dass solche Einrichtungen im Kleingarten nicht zulässig sind. Auf dem Papier ist das Vertragssystem eine gute Sache. Probleme gibt es bei der Vertragseinhaltung und beim vertragswidrigen Verhalten. 

Es darf nicht sein, dass einige Uneinsichtige gesetz- und vertragswidrige Maßnahmen im Kleingarten durchführen. Sie scheren durch ihr Verhalten aus der Solidargemeinschaft der Kleingärtner aus und leiten eine Entwicklung ein, die das Kleingartenwesen mit seinem gesetzlichen Schutz in Frage stellt.

Wenn es uns gemeinsam nicht gelingt, die Ver- und Entsorgung im Kleingarten – speziell in den Lauben – im Sinne der kleingärtnerischen Nutzung zu unterbinden, tragen diese unerlaubten Maßnahmen dazu bei, dass das Kleingartenwesen mit seinem gesetzlichen Schutz und seinen sozialen Zielen durch Uneinsichtige zerstört wird.


( Autor: Maaß Willi LV München )