Nadelgehölze

Definition:

Nadelgehölze (Koniferen) sollten in naturnahen Gärten grundsätzlich nicht verwendet werden. Es gibt eine Reihe von Gründen, die gegen ihren Einsatz sprechen. In Kleingartenanlagen sind gemäß Bundeskleingartengesetz Waldbäume und sonstige hochstämmige Bäume sowieso verboten. Damit entfallen automatisch alle baumartig wachsenden Nadelgehölze wie z.B. Fichte, Tanne, Lärche oder Kiefer. In der vom Landesverband Bayer. Kleingärtner entwickelten Mustergartenordnung, wird dies unter Punkt 9 weiter eingeschränkt. Verboten sind alle Wald- und Ziergehölze, die eine Endhöhe von mehr als vier Metern erreichen. Der Gesetzestext, der Kommentar und die Mustergartenordnung schließen Nadelgehölze, die eine Endhöhe von vier Metern unterschreiten, nicht aus. Es gibt aber eine Reihe von fachlichen Gründen, die gegen den Einsatz von solchen niedrig bleibenden Nadelgehölzen sprechen.

 

Gründe gegen Nadelgehölze

 

  1. Gestalterische Gründe:

    Das Bild eines Gartens im Sinne der Verbände des Freizeitgartenbaus wird geprägt durch die gärtnerische Nutzung, d. h. von der Aufeinanderfolge der verschiedenen Vegetationsphasen (Austrieb, Wuchs, Blüte, Fruchten), die sich exemplarisch in den Obstgehölzen zeigt. Auch die zugeordneten Ziergehölze sollen dieses Prinzip des Entstehens und Vergehens widerspiegeln. Koniferen sehen aber - bis auf einige wenige Ausnahmen - das ganze Jahr über gleich aus und vermitteln, mit der meist dunkelgrünen Nadelfärbung, nichts von der Lebendigkeit und Geschäftigkeit des Gartenjahrs. Sie sind bequem, weil sie sich nicht verändern. Aber genau dies widerspricht dem eigentlichen Sinn des Nutzgartens.

  2. Bodenqualität

    Nadelgehölze versauern im Lauf der Zeit den Boden. Unter Nadelgehölzen wachsen in der Regel keine anderen Pflanzen mehr. Abgeschnittene Äste oder herab gefallene Nadeln sind weder zum Kompostieren noch zum Mulchen zu gebrauchen.

  3. Vegetationskundliche Gründe

    Der Nutzgarten ist der richtige Ort, um den Umgang mit der Natur zu erfahren. Niedrigwüchsige Koniferen sind bis auf zwei Ausnahmen (der gemeine Wacholder und die gemeine Eibe) Fremdarten bzw. züchterisch stark veränderte Sorten einheimischer Arten. Solche Gehölze vermitteln also nichts von der heimischen Flora und Fauna. Sie stehen als Fremdkörper im Garten.

  4. Pflanzenschutz

    Einige Schaderreger benötigen Nadelgehölze als Wirt, um sich entwickeln zu können. So wechselt z.B. der Birnengitterrost zwischen Birne und Wacholdersorten bzw. - arten. Durch Verzicht auf Nadelgehölze leistet man einen aktiven Beitrag zum umweltschonenden Pflanzenschutz.

  5. Ökologische Gründe

    Laubgehölze, vor allem heimische Laubgehölze, die Früchte tragen, sind ökologisch wertvoll. Sie bieten den Vögeln Schutz und Futter, sie dienen als Bienenweide, Insektenweide und stellen auch Nahrung für Schmetterlinge bereit. Dazu bilden sie den Lebensraum für eine Vielzahl von Kleinsäugetieren und Insekten. Bei Nadelgehölzen sind solche Funktionen äußerst reduziert, bzw. - bei Fremdarten oder den meisten Sorten - überhaupt nicht vorhanden.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass Nadelgehölze in der Regel nur der Bequemlichkeit und dem Ordnungsdrang des Besitzers nutzen, aus allen anderen Gründen aber für den naturnahen Garten, bzw. den Nutzgarten nicht empfehlenswert sind. Ein rechtliches Verbot von Nadelgehölze, gibt es allerdings nicht. Um den übertriebenen, der gärtnerischen Nutzung nicht mehr angemessenen Einsatz von Nadelgehölzen in Gärten zu verhindern, hilft nur die Aufklärung vor Ort. Hier sind die Fachberater ein wichtiger Multiplikator.


Info des Landesverbandes Bayer. Kleingärtner e.V. München