Die Schnecken
 
Rötlich dämmert es im Westen
Und der laute Tag verklinkt.
Nur dass auf den höchsten Ästen
lieblich noch die Drossel singt.

Jetzt in dich belaubten Hecken, 
wo es still verborgen blieb, 
rüstet sich das Volk der Schnecken
für den nächtlichen Betrieb.

Tastend streckt sich ihr Gehörne.
Schwach nur ist das Augenlicht. 
Dennoch schon aus weiter Ferne 
wittern sie ihr Leibgericht.

Schleimig, säumig, aber stetig, 
immer auf dem nächsten Pfad, 
finden sie die Gartenbeete
mit dem schönen Kopfsalat.

Hier vereint zu ernsten Dingen
bis zum Morgensonnenschein, 
nagen sie geheim und dringen
tief ins grüne Herz hinein.

Darum braucht die Köchin Jettchen 
dieses Kraut nie ohne Arg.
Sorgsam prüft sie jedes Blättchen, 
ob sich nicht darin verbarg.

Sie hat Furcht, den Zorn zu wecken
ihres lieben gnäd`gen Herrn. 
Kopfsalat vermischt mit Schnecken
mag der alte Kerl nicht gern.

Wilhelm Busch